Man kann über Kleidung sprechen wie über Stoffe, Schnitte und Details.
Oder man spricht über das, was Kleidung eigentlich ist: Haltung.
Das Buch Black Ivy: A Revolt in Style macht genau das.
Auf den ersten Blick ist es ein klassisches Coffee-Table-Book – schöne Bilder, bekannte Namen, viel Mid-Century-Ästhetik. Beim zweiten Blick merkt man schnell: Hier geht es nicht um Mode. Hier geht es darum, wer sich Stil nehmen darf.
Mehr als Ivy
Der Ivy-League-Stil – Button-Down, Loafer, weiche Schultern – war ursprünglich die Uniform einer weissen Elite.
Und genau diesen Stil haben sich schwarze Künstler, Intellektuelle und Musiker in den 50er- und 60er-Jahren angeeignet – und ihn verändert.
Nicht als Anpassung, sondern als Aussage.
Miles Davis, James Baldwin, Malcolm X. Sie haben diesen Stil nicht einfach getragen – sie haben ihn umgedeutet.
Plötzlich war Ivy nicht mehr nur geschniegelt und angepasst, sondern ruhig, selbstbewusst und manchmal sogar widerspenstig.
Why it still matters
Das Spannende am Buch ist nicht die Geschichte allein, sondern das Gefühl:
Es kommt nicht darauf an, was du trägst, sondern wie und warum.
Das ist etwas, das man heute fast vergisst, in einer Zeit, in der alles sofort ein Trend ist.
Why it still matters
Das Spannende am Buch ist nicht die Geschichte allein, sondern das Gefühl:
Es kommt nicht darauf an, was du trägst, sondern wie und warum.
Das ist etwas, das man heute fast vergisst, in einer Zeit, in der alles sofort ein Trend ist.
Warum ich das Buch mag
Weil es das bestätigt, was man intuitiv spürt:
Stil entsteht nicht im Laden, nicht auf dem Laufsteg und schon gar nicht durch Marken.
Sondern im Alltag. Auf der Strasse. Im eigenen Leben.
Oder, um es einfacher zu sagen:
Eine Harrington ist nicht interessant, weil sie eine Harrington ist.
Sondern weil jemand sie trägt, als wäre sie selbstverständlich.
Ein leiser Einfluss
Viele Dinge, die heute selbstverständlich wirken – Ivy, Preppy, Casual Smartness –
tragen Spuren genau dieser Aneignung und Weiterentwicklung.
Und vielleicht ist das die eigentliche Stärke des Buches:
Es zeigt, dass Stil nicht erfunden wird.
Er wird übernommen, verändert und weitergegeben.
Fazit
Black Ivy - A revolt in Style ist auf vielfältige Weise interessant. Es zeigt die Verflechtung von Geschichte, Mode, Subkultur und Popkultur auf vielfältige Weise. Die Fotos sind aussergewöhnlich stark, viele hätten Poster-Qualität. Die Liebe der Protagonisten und Autoren zu den hochwertigen Kleidungsstücken wird in jeder Beschreibung fühlbar und mit viel Fachwissen weitergegeben. Black Ivy ist eine Fundgrube für alle am Ivy-Stil interessierten und das Standardwerk zum Thema Black Ivy.
In ihrer etwas härteren Ausprägung ist die Nähe zum Stil der frühen Skinheads unverkennbar.
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