FC Luzern U21 vs. SC Brühl 2:2 (0:1), Promotion League, ca. 350 Zuschauer
Ich ahnte es schon immer, ich bin kein Groundhopper. Ich liebe neue Spielorte. Doch als neutraler Beobachter zieht mich selten ein Spiel in den Bann. Ich muss die Mannschaft kennen, ihre Schwächen, ihre Stärken, ihre Geschichte und die des Vereins. Sowas wächst erst nach und nach, ihr merkt schon an meinen regelmässigen Brühl-Berichten, wohin es mich derzeit zieht.
Fussballfahrten, und da bin ich mit den Groundhoppern, sind aber das schönste. Diesmal ging es zwar nur zu einer U21, aber das Leichtathletikstadion Hubelmatt, direkt an der neuen Swisspor Arena auf der Allmend gelegen, ist mit seiner modernisierten Tribüne perfekt für die Promotion League. Zuletzt war ich im alten Allmend-Stadion am 7. Oktober 2000, 1. Runde Schweizer Cup FC Luzern U21 vs. FC Kreuzlingen. Der FCK gewann mit 4:0 und es folgte ein legendärer Abend im Restaurant Engel mit den FCK-Veteranen.
Was sich bei der U21 in den 26 Jahren definitiv verbesserte, ist das Catering. Damals mussten wir über die Gasse in einem Restaurant Bier organisieren. Heute sorgt der Luzerner SC für das Wohl der Zuschauer. Im Bauch der Swisspor-Arena betreibt der 1918 gegründete Verein sein Lokal und bewirtet von dort die Zuschauer im anliegenden Hubelmattstadion. Ein 3.-Ligist als Untermieter in einem Profi-Stadion, ein Mauseloch in der Hülle der Swisspor-Arena als Eingang für die Amateurfussballer.
Mit Eichhof und Bratwurst ausgestattet, merkt man das Hausrecht des FC Luzerns erst beim betreten der Tribüne. Gegen Eintrittsgeld wird einem ein Bändel ums Handgelenk gezurrt und man bekommt ein Matchblatt mit den Aufstellungen in die Hand gedrückt. Durch die erhöhten Sitzplätze stört die Leichtathletikbahn nicht sonderlich. Die gegenüberliegende offene Tribüne macht den Ort kompakter und ist ein Anachronismus zur modernen, einheitlichen Architektur rundherum.
Der SC Brühl dominierte die Partie von Anbeginn, erspielte sich gegen die kompakte Luzerner Abwehr jedoch wenig Chancen. Die 0:1-Führung (15., Penalty durch Tunahan Cicek) zur Pause war verdient, doch die Gefahr durch das geschickte Luzerner Spiel blieb bestehen.
In der 62. Minute kam Luzern zu einer Grosschance, woraufhin die Brühler Defensive kurzzeitig den Faden verlor. Mit der nächsten Möglichkeit erzielte Luzern den Ausgleich (63.) und drückte danach vehement auf die Führung. Brühl fing sich jedoch wieder, und es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. In der Schlussphase legte Luzern vor (2:1, 88.), ehe Metin Bahtiyari in der Nachspielzeit zum alles in allem verdienten 2:2-Endstand (92.) traf.
Dieser Punktgewinn gewinnt an zusätzlicher Bedeutung, da Tabellenführer SC Kriens zeitgleich Nerven zeigte und beim FC Basel U21 überraschend mit 3:1 verlor. Damit verkürzt der SCB den Rückstand auf vier Zähler. Bei noch drei verbleibenden Partien ist das Rennen um den Aufstieg in die Challenge League wieder völlig offen.
Die LSC-Bratwurst war die erwartete Enttäuschung. Fettig und nichts daran knackig, aber am Samstag gehts ja schon wieder ins Paul-Grüninger-Stadion, zur besten Bratwurst der Schweiz. Der SC Brühl ist diese Saison immer noch ungeschlagen in seinem Stadion, bleibt die Spannung auch gegen den FC Zürich U21 bestehen? Es könnte wieder Geschichte geschrieben werden.
SC Brühl, FC Luzern U21, Promotion League, Hubelmatt, Luzerner SC
Kommentar hinzufügen
Kommentare