Traditions-Alarm in der Promotion League. Mit dem FC Schaffhausen kam ein Schwergewicht ins Brühler Paul-Grüninger-Stadion. Die Munotstädter wollen unbedingt zurück in die Challenge League und in der zweiten Saison in der Drittklassigkeit soll es endlich klappen. Auch die Brühler hätten nach dem letztjährigen 2. Platz nichts gegen ein Abenteuer im Profi-Fussball, können ein solches Thema aber deutlich unbeschwerter angehen, ist der SCB in der Promotion League wohl in seiner derzeit "richtigen" Liga.
In der Kronen-Lounge wurde eifrig diskutiert, "die hends drüüfache Budget vo Brüehl, sind aber au nöd besser!".
Und so war es tatsächlich. Der SC Brühl spielte auf Augenhöhe mit dem Favoriten und erkämpfte sich mit purer Leidenschaft ein hochverdientes 1:1.
Schockmoment bereits in der 4. Minute als SCB-Captain Tunahan Cicek verletzt vom Spielfeld musste. Doch selbst vom Rückstand in der 17. Minute liessen sich die Brühler nicht unterkriegen, bissen sich in die Partie und belohnten sich in der 58. Minute durch den Ausgleich von Metin Bahtiyari. Ein starkes Zeichen setzte in der Schlussphase auch Neuzugang Aadil Alleheri, der nach seiner Einwechslung in der 79. Minute einen kurzen, aber sehr gelungenen Einstand feierte und half, den verdienten Punkt leidenschaftlich ins Ziel zu retten.
Der FC Schaffhausen mit einem ansehnlichen Auswärtsblock beim St. Galler Stadtclub. Einziger Wermutstropfen für Fussball-Romantiker: der permanente Dauergesang der Ultra-Kurve. Die Gäste-Fans spulten 90 Minuten lang dieselbe Dauerschleife ab, sodass man nie genau wusste, ob die Kurve gerade gut gelaunt, genervt, wütend oder freudig war. Trotzdem natürlich eine grosse Bereicherung für die Promotion League.
Brühler auf der Tribüne mit Blick auf die Pyros spannte den ganz grossen Bogen: "mir hend scho e gottlos primitivi Kultur!"
Spieltag im Krontal mit 750 Besuchern. Am Grillstand: "d Brodwürscht vom Migros chasch nöd esse, aso die IPG-Migros chömed nöch a üsi Brodwürscht ane, aber vor de Migros rüherets die billige uf de Grill!".
Der SC Brühl und seine legendären Bratwürste, ein nie vergehender Evergreen.
Danach strömte man in die Quartiere. Ein verletzter Tunahan, ein umkämpftes 1:1, eine sanierte Tribüne, gottlosi Pyros und super Bratwürste, es war mal wieder alles dabei.
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