AFC St. Gallen Bears vs. Bern Grizzlies, Nationalliga A, 250 Zuschauer

Veröffentlicht am 27. April 2026 um 10:25

St. Gallen ist eine Sportstadt und hat neben diversen grösseren Hallen auch einige Sportplätze mit Tribünen zu bieten. AFG-Arena, Paul-Grüninger-Stadion, Espenmoos, Lerchenfeld, Gründenmoos fallen mir spontan ein - und das Stadion Neudorf, direkt hinter dem PGS des SC Brühl gelegen.

Hier spielten direkt im Anschluss der Promotion-League-Partie die AFC St. Gallen Bears gegen die Bern Grizzlies. American Football, Nationalliga A. Die American Footballer benutzen die Traditionsbezeichnung Nationalliga, die Fussballer nehmen Super League, was sich anhört wie die Spassliga bei einem Kindergeburtstag. Zumindest hier 1:0 für die Freunde der amerikanischen Variante.

Solche hierzulande weniger bedeutenden Sportarten werden ja oft mit viel Liebe und Idealismus betrieben, was auf American Football zweifelslos besonders zutrifft. Die Leute hinter dem Verein zelebrieren das nicht nur als Sport, sondern definitiv als Kultur. So ist dann auch das Publikum, man fühlt sich wie in Amerika. Überall NFL-Shirts, Hot-Rod-Shirts, viel Publikum zwischen 40 und 60, viel Tattoos, viel Bärte, viel Americana in jeder Weise. 

Völlig klar, dass es hier (sehr gute) Hamburger und Hot Dogs gibt, aber auch hier Bratwürste von Berchinger. Sehr schön auch der grosse Fanshop, T-Shirts kann man direkt vor Ort bedrucken lassen. Die St. Gallen Bears werden gelebt, auch wenn nur rund 250 Zuschauer im Neudorf erschienen, von vielen wird das eigene Souvenir der Bears getragen. Auch aus Bern kam ein gutes Dutzend Fans der Grizzlies mit.

Das Spiel war eine einseitige Angelegenheit: 6:56 für die Berner Grizzlies, zur Pause stand es 0:50.

Die Spieldauer geht mit Pause annähernd 3 Stunden, ungewohnt lange für europäische Sportfans. Aber auch das passt ins Amerika-Konzept, wo man einen ganzen Nachmittag mit der Familie beim Sport verbringt.

Wenn man Amerika und besonders das entsprechende Publikum dabei mag, ist man bei einem NLA-Football-Spiel gut aufgehoben. In der Schweiz wird es jedenfalls authentisch gelebt.

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